1723562_802976853050171_559650886_nAm gestrigen Abend reiste ich um die Welt und blickte durch bis zu 1,50m x 8,00m große Fenster auf die Skylines einiger boomender Mega-Städte unserer globalisierten Welt, die der Architekturfotograf HG Esch in Szene gesetzt hat. Ich sah von Wolkenkratzern umgebene, kleine Siedlungen in mitten Chinesischer Großstädte, denen selbst der Horizont keine Grenze aufzuzeigen vermag. Atemberaubend und beklemmend zugleich und dies alles ohne das Herz Kölns zu verlassen. Ich vergleiche eine Galerie gerne mit einem Haus mit vielen Fenstern. Jedes ausgestellte Objekt öffnet ein eben solches, um Eindrücke, Botschaften und Emotionen zu transportieren. Durch die lichtdurchfluteten Hallen schlendernd, verweile ich an jedem Fenster, nehme unterschiedliche Perspektiven ein und lasse die gewonnenen Eindrücke auf mich wirken. Jedes Kunststück regt mich dabei auf seine Art zu Interpretationen, Analysen und Bewertungen an. Ich suche nicht zwanghaft nach einer Botschaft, die der Erschaffer mir zu vermitteln versucht, sondern versuche meine eigenen Reaktionen auf sein Werk zu verstehen. Was sorgt für mein Empfinden? Was beeinflusst meine Bewertung? Ganz persönliche Momente, die ich vor jedem Exponat aufs neue anonym in der Masse der Vernissage Besucher durchlebe.

mixingspiritsNach meinem ersten Rundgang nehme ich mir für gewöhnlich ein Getränk, suche mir eine stille Ecke und verarbeite gewonnene Eindrücke. Erst dann mische ich mich Abseits der Werke unter das Publikum, um mich über die Ausstellung auszutauschen. Oft ein eher oberflächlicher und rein auf den Künstler und seine Werke beschränkter Aspekt. Diesen Übergang gestaltet Oliver Struch, Betreiber der Galerie Le Coeur, nun mit einem durchdachten Networking Event aus dem Hause Wertheim fliessend. „Mixing Spirits“ lautete das Thema der ersten Veranstaltung dieser Art im Le Coeur. Nachdem ich einen kleinen Unkostenbeitrag in Höhe von 7€ bezahlt hatte, zog ich einen Zettel, der mir meinen Starttisch des heutigen Networking-Abends zuwies. Der Zufall wies mir das Thema „Dark and Stormy“ zu. Ich gab meinen Mantel an der Garderobe ab und machte mich auf meinen Weg die zahlreichen Exponate zu betrachten während weitere Gäste eintrafen. Meine Reise durch die Metropolen endete an dem mir zugeordnetem Tisch, auf dem sich neben einer kreativen Anleitung alle benötigten Zutaten für einen Cocktail befanden. Ich stellte mich den anderen Besuchern vor und begann gemeinsam mit ihnen das Rezept auf der laminierten Karte unseres Tisches zu entschlüsseln. Hierbei anfallende Aufgaben wurden schnell verteilt und mit viel Freude durchgeführt. Es wurde geschnitten, gestampft, geschüttelt, gemessen, geredet und gelacht. Nett: Jeder Tisch hielt auch eine alkoholfreie Alternative parat. Hier wurde wirklich an alles gedacht (Sogar an Pflaster und Desinfektionsmittel, welche zum Glück nicht gebraucht wurden ^^).

Schnell kam ich mit meinen beiden Tischnachbarn, Karim und Till ins Gespräch. Über die gesammelten Eindrücke der Werke landeten wir in unseren Gesprächen thematisch bei Reiseberichten aus dem Sudan, Griechenland und Thailand, sowie aus ihnen resultierenden, einschneidenden Erlebnissen, die uns Ideen und Antrieb in unseren Leben verschaffen. Wir diskutierten vom Ursprung der Werke gelenkt die aktuelle Opel-Kampagne „Umparken im Kopf“ der Agentur Scholz & Friends, ethisch wertvolles Handeln, Fair-Trade, Gurlitt, Monuments Men, den Hoeneß-Prozess, sowie den viralen Werbespot „First Kiss“ und das vom Clip inspirierte „First Handjob„. Obwohl das Event eine Reise zu allen Stationen mit jeweils eigenen Drinks vorsah, konnten wir uns nur schwer von unserem Tisch lösen.

Seit dem gestrigen Abend besitzen Galerien für mich nicht nur reichlich Fenster, sondern auch offene Türen zu neuen Kontakten, Ideen und Möglichkeiten. Ich freue mich schon auf das nächste Event! Für die Vorbereitung und dieses tolle Umfeld an dieser Stelle vielen Dank an das Team.

Links:
Gallery Le Coeur Köln
Wertheim Cologne
Mixing Spirits Event
HG Esch

Auf der Straße fallen mir immer häufiger neben mehr oder weniger sinnvoll platzierten, teils überdimensionierten Navigationsystemen, die typischerweise in Kopfstützen eingebauten Monitore und DVD-Player ins Auge. Dabei dürfte doch die Zeit von tragbaren DVD-Player Systemen mit SD-Wiedergabe Geschichte sein. Portable HD-Abspielgeräte sind spätestens seit der starken Verbreitung von Tablets allgegenwärtig, warum also nicht auch im Auto?

Der Weg führt konsequent weg von den oben beschriebenen Single-Purpose Devices, hin zu Moniceivern in 2-DIN Größe, welche dabei sind die guten alten Autoradios mit CD(-Wechslern) aus den Einbauschächten unserer Autos zu vertreiben. Entsprechende Geräte, sind zwar in ordentlicher Qualität schon ab 350€ aufwärts zu finden, dienen aber ohne Displays im Hinteren des Fahrzeugs mit hohem Installations- und Kostenaufwand, eher der optischen Aufwertung der Fahrzeugamaturen. Von den Rücksitzen aus macht das Betrachten eines Films auf einem 7″ oder 9″ Display im vorderen Bereich mit Sicherheit keinen Spaß – zumal der Fahrzeugführer sich sowieso auf die Straße und nicht auf den multimedialen Blickfänger konzentrieren sollte.

Ich möchte Euch in diesem Beitrag eine nicht nur für Besitzer von Tablets preiswerte Alternative zu den o.g. Geräten und den sog. CarPC & HTPC vorstellen. Dank einer cleveren Idee, die -so vermute ich- ursprünglich über Kickstarter los getreten wurde, sind die Android basierten MiniPC im handlichen USB-Stick Format schon eine ganze Weile verfügbar. Die u.a. von Rikomagic angebotenen Sticks sollen nicht SmartTV fähige Fernsehgeräte mit ihrem Funktionsumfang aufwerten. Unterstützt der heimische Flachbildschirm beispielsweise von Haus aus kein Youtube, oder die diversen Mediatheken der Fernsehsender, so lässt sich genau diese Funktionalität durch die je nach Bezugsquelle und Typ 40€ bis 90€ teuren Sticks nachrüsten. In den per MicroUSB gespeisten Geräten befinden sich neben Multikern CPU und GPU ein integriertes WLAN-Modul, 4-8 GB interner (Daten-)Speicher, 1 GB Arbeitsspeicher sowie eine USB und MicroSD Schnittstelle. Wo man üblicherweise einen männlichen USB-Anschluß vermutet, ragt ein HDMI-Stecker aus dem Stickgehäuse. Mehr als genügend Ressourcen und Schnittstellen, um ein kleines MediaCenter zu betreiben. Die passenden Funktionen lassen sich dank des üppig bestückten Google Play Stores schnell und günstig (~11€) einspielen. Mit der benötigten Hard- und Software landen wir so, je nach Speicher- und Gerätewahl bei 50-150€ Euro für ein vielseitig einsetzbares, kleines und portables MediaCenter. Wer sich ein solches Gerät konfigurieren möchte, findet nachfolgend eine passende Anleitung.

Benötigte Hardware:

Installation & Konfiguration:

  • Den Android Stick an den Fernseher anschliessen, WLAN einrichten und das neuste Update gemäß Anleitung des Herstellers (über update.zip auf der microSD Karte) einspielen. Zur Bedienung reicht der Anschluss einer USB-Mouse.
  • Filme/Musik auf microSD und/oder USB-HDD kopieren und mit dem Android Stick verbinden
  • BubbleUPnP (gratis) inkl. Lizenz (~3,49€) aus dem Google Play Store installieren
  • MX Player Pro (~4,40€) aus dem Google Play Store installieren (Optional für lokales Playback)
  • Tasker (~2,99€) aus dem Google Play Store installieren
  • Wifi Tethering in den Systemeinstellungen von Android konfigurieren (Netzwerk-SSID, Sicherheit und Passwort festlegen). Das Tethering aktivieren und die Verbindung mit einem Smartphone/Tablet testen.
  • MX Player Pro starten und Meldungen bestätigen. Testweise einen Film abspielen, um ggfs. automatisch benötigte Codecs (für Hardware Decoding) nachzuladen.
  • Tasker starten und einen Autostart für “Tether Wifi” und “Bubble UPnP” bei Systemstart über die Aktionen (Klick auf das Plus-Symbol) konfigurieren (Profile: „AutoTether“. Condition: „Device Boot“. Task: „WIFI Tether“ → set On & „Load App“ → BubbleUPnP)
  • BubbleUPnP starten und in den Einstellungen den „Local Media Server“ so konfigurieren das der komplette Inhalt der eingelegten MicroSD Karte zur Verfügung gestellt. Zusätzlich kann über einen weiteren „Custom Mountpoint“ noch sämtlicher Inhalt angeschlossener USB-Speichermedien zur Verfügung gestellt werden. Hierfür /mnt (oder beliebig tieferen Pfad unterhalb /mnt) konfigurieren.
  • Den Android Stick neu starten und überprüfen ob der Access Point sowie der BubbleDLNA Server automatisch starten (Erkennbar an den Meldungen und Symbolen unten rechts bei (Android 4.x))
  • Sollte der Autostart nicht funktionieren, die o.g. Schritte wiederholen.

Wurde alles eingerichtet und erfolgreich getestet, muss der Android-Stick nur noch mit Hilfe des 12V USB-Zigarettenanzünderadapters im Auto angeschlossen werden. Sucht Euch hierfür einfach einen passenden Platz. Ich habe meinen Stick mit selbstklebendem Klett-Band unterhalb des Handschuhfachs befestigt und das MicroUSB Kabel ordentlich verlegt. Je nach genutztem Stromkreis des 12V-Anschlusses (und Fahrzeug) startet der Stick automatisch bei Entriegelung des Autos oder Aktivierung der Zündung. WICHTIG: Auf evtl. anliegenden Dauerstrom prüfen, um eine leergesaugte Batterie bei längerer Standzeit zu verhindern.

Fahrgäste auf der Rückbank können sich nun mit ihrem iOS oder Android Gerät (Smartphone, Mediaplayer, Tablet) mit dem WLAN AccessPoint des Sticks verbinden und über einen DLNA Client/Renderer die zur Verfügung gestellten Medien abspielen. Unter Android empfehle ich als DLNA UPnP Client ebenfalls BubbleUPnP unter iOS nPlayer oder AirPlayer. Habt Ihr Euch für den Anschluss einer USB-Festplatte entschieden, wird ein Ende des Y-Kabels mit dem Stick und das andere Ende mit dem zweiten USB-Anschluß des Zigarettenanzünderadapters verbunden. Die insbesondere sehr jungen Mitfahrer werden es einem auf längeren Fahrten danken. Bis zu 3 Geräte können den Dienst ohne Probleme gleichzeitig nutzen. Wer möchte, kann die u.g. Ideen zur Erweiterung des Anwendungsfeldes umsetzen.

Mögliche Erweiterungen:

  • Samba Filesharing über den Google Play Store installieren und konfigurieren (lokaler Fileserver für Datenaustausch)
  • VNC Server (z.B. DroidVNC) über den Google Play Store zu Fernwartungszwecken installieren
  • PPP Widget zum Freigeben eines per USB-verbundenen UMTS Sticks oder Smartphones mit aktivierter USB-Tethering Unterstützung  aus dem Google Play Store installieren (noch ungetestet durch mich. So können die Gäste auch noch Internet im Auto mit Ihren Geräten nutzen.
  • Einen kleinen Akku mit MicroUSB Anschluss zwischen Ladeadapter und Stick installieren. So kann der Player (z.B. bei kurzen Stopps an Tankstellen), weiterhin seinen Dienst verrichten und das in der Nähe der Wohnung geparkte Fahrzeug kann bequem von daheim mittels Samba Fileshare mit neuen Medien betankt werden (solange der Akku Strom liefert).
  • Zweites MicroUSB-Kabel + Stromadapter im Handschuhfach mitführen, so kann der Stick auch im Hotel, oder bei Freunden genutzt werden.
  • Einbau eines HDMI-Verteilers mit Anschluss von Kopfstützten- oder Mittelkonsolen-Monitoren (sofern schon vorhanden oder eh geplant)
  • Anschluss des Autoradios mittels HDMI auf Composite Adapter oder unterstützter USB-Soundkarte zwecks Streaming von Musik
  • Einbau eines kleinen USB-Touchscreen (der von Android unterstützt wird)
  • Installation der XBMC für Android Portierung

Das o.g. lässt sich übrigens in ähnlicher Form auch mit einem Raspberry Pi mittels AccessPoint (hostapd) kompatiblem Wifi Nano-Stick, einem DLNA Server (MiniDLNA, TwonkyMedia, XBMC, MediaTomb, BubbleUPnP,…) realisieren, ist jedoch nicht so schön kompakt wie der Android Stick, dafür aber flexibler in Sachen Konfiguration und Erweiterung. Ich hoffe, dass der ein oder andere Gefallen an dieser preiswerten Lösung findet. Kommentare, Fragen und Anregungen sind wie immer herzlich Willkommen.

Nach den Reiseberichten und dem Artikel über neues digitales Spielzeug ist es nochmal an der Zeit für einen Artikel der „All Time Classics“ Kategorie. Somit gibt es in diesem Beitrag ein paar Schnulzen aus den 80er & 90er Jahren, die sich während dieser Zeit in meinem Gehörgang festgefahren haben. Ich lege das einfach mal kategorisch unter „Bildungsauftrag“ in der digitalen Zeitkapsel ab (Bitte nicht klagen, Apple ^^).

Einige der sehr frühen Titel aus den 80ern durfte ich insbesondere dank meiner älteren Schwester quasi live miterleben. Bevor ich ihre wertvollen MixTapes, die sie damals meist von ihren Freunden geschenkt bekommen hat, entwendet ausgeliehen und mit Hörspielen überspielt habe, hab ich dann doch öfters mal rein gehört und ja, ich habe mit dem Tesafilmtrick auch einige Ihrer Kaufkassetten als Sicherungsmedium genutzt 😉

Viel Spaß mit dieser Liste.

80’s

90’s

Mit Blick auf die Uhr, es war 05:30 Uhr, hielt ich mich im Hintergrund der Sala auf und beobachtete wie die Mönche schweigend ihre nach Hierarchie geordneten Plätze vor dem Almosengang (Tak Bat) vorbereiteten. Überschwängliche Begrüßungen waren nicht an der Tagesordnung und wurden durch ein freundliches Lächeln und ein wohlwollendes Nicken ersetzt. Die Bettelschale (Bat) wurde samt Ihrem Fuß vor einem, mit Hilfe einer Naht in Richtung Buddha Statue ausgerichtetem, quadratischen Sitztuch an dessen rechter Ecke platziert. Ich beobachtete wie die Mönche an der linken Seite ihres Tuches entgegen des Uhrzeigersinns je eine gereinigte Spuckschale, ein gefaltetes Essenstuch, ein kleines Reinigungstuch, sowie die im Vorfeld mit Wasser gefüllte Teekanne samt Trinkbecher platzierten und millimetergenau ausrichteten. Die Vorbereitungen abschließend, öffneten sie den Sicherungsknoten, der die Bettelschale auf Ihrem Sockel (Tao Bat) hält, gossen etwas mitgebrachtes Wasser aus der Teekanne in die Schale, um das wichtige Utensils vor dem Antritt des Almosengangs erneut auszuspülen. Nachdem das zur Säuberung verwendete Wasser in die Spuckschale geschüttet wurde, legten die Mönche Ihre Wanderrobe (Jiwon) an, bereiteten den Platz des Abts mit großer Sorgfalt vor und begaben sich auf den Weg in die angrenzenden Dörfer.

Es regnete an diesem Morgen in Strömen. Im Gegensatz zu den Mönchen besaß ich noch keinen Regenschirm, sondern nur die mir am Vortag ausgehändigten weißen Kleider eines Anwärters (Nak). Meine mir zugewiesenen Roben durfte ich noch nicht anlegen, da meine richtige Ordinierung erst noch ausstand. Pünktlich um 6 Uhr machten sich die ersten Mönche in einer scheinbar bestimmten Reihenfolge in kleinen Gruppen, teilweise aber auch alleine, auf ihren Almosengang in die umliegenden Dörfer. Da niemand mit mir sprach, was ohne Dolmetscher sowieso wenig Sinn gemacht hätte, und ich keine genauen Anweisungen für den heutigen Tagesablauf erhalten hatte, beschloss ich mich einer kleinen Gruppe beobachtend anzuschließen. Ich tat es meinen Vorbildern nach, entledigte mich meiner Latschen und begab mich mit Respekt gebührendem Abstand auf den Barfußmarsch in Richtung Dorf. Ab und an drehte sich einer der Mönche schweigend um und deutete mir an umzukehren, was ich auf den Dauerregen bezog. Ich schüttelte freundlich mit dem Kopf, zeigte in Richtung mit Regenwolken verhangenem Himmel und deutete mit einer abwärts winkenden Hand ein „Macht mir nichts aus“ an.

Während der ersten Kilometer verlief der Weg über eine asphaltierte, in den Dschungel gefräste Straße. Die Grenzen zwischen Natur und von Menschenhand geschaffenem waren bei diesem Wetter sprichwörtlich fließend. Kleine, durch den Monsunregen entstandene Bäche flossen am Rand der leicht abschüssigen Straße in den Dschungel und ließen dabei unterspültes Wurzelwerk in kleinen Gräben zurück. Das ungewohnte, teils sehr schmerzvolle Gefühl von Rollsplitt unter meinen vom Regenwetter angefeuchteten Fußsohlen lehrte mich Ausschau nach größeren Ansammlungen von Steinen auf dem vor mir liegendem Weg zu halten. Da ein Slalom laufender Mönch sicherlich eine gewisse Aussenwirkung hinterlassen würde, probierte ich diverse Geh- und Abrolltechniken aus und versuchte zeitgleich mit jedem Fußtritt ein paar der unfreiwillig mitgenommenen Kiesel abzustreifen.

Je weiter wir uns von der Tempelanlage in Richtung der Dörfer entfernten, desto stärker lichtete sich der Dschungel. Wo sich einst dicht wuchernde Vegetation befunden haben musste, waren nun Nutzfelder soweit das Auge reichte. Jeder freie Quadratmeter wurde von den Bewohnern dieser Region für Reisfelder, Maniokplantagen und Gummibaumhaine bis nah an die Grenzen der Anlage hin genutzt. Ich stellte mir vor, wie es hier wohl noch vor einigen Jahrzehnten ausgesehen haben musste und erkannte, dass es ohne Tempel sicherlich keinen Dschungel mehr in dieser Region geben würde. Die von den Witterungsverhältnissen stark beanspruchte Asphaltierung der Straße fehlte etappenweise vollständig. An Stelle des schwarzen Belags trat die für diese Region typische, karminrote Erde in Erscheinung, was meinen Fußsohlen zwar eine angenehme und insbesondere bei dieser Wetterlage kühlende Abwechslung verschaffte, zeitgleich aber auch neue Probleme aufbrachte.

Der sonst knochentrockene und staubige Untergrund hatte sich in eine rutschige Oberfläche verwandelt. Ich versuchte mich durch Beobachtung der Gangart der vor mir laufenden Mönche an die neuen Gegebenheiten anzupassen und nahm mir vor das mit den Augen erlernte noch vor dem Erreichen des Dorfeingangs zu adaptieren. Hilfestellung bei der Umsetzung gaben mir die im Schlamm hinterlassenen Fußabdrücke meiner Anführer, dank derer ich unbeschadet und somit auch sauber, jedoch mit reichlich durchnässter Kleidung das Dorf erreichte. Die drei Mönche meiner Gruppe, von denen der rangniedrigste zusätzlich die Bettelschale (Bat) des Abts mitgenommen hatte, blieben vor dem Eingang des ersten Grundstücks stehen. Ich wartete vor einer kleinen, aus Holzresten gebauten Brücke, welche die Hauptstraße über einen etwa anderthalb Meter tiefen und doppelt so breiten Kanal mit dem Grundstück verband. Die unterschiedlich großen Planken der Brücke hatten schon bessere Tage gesehen und wirkten alles andere als vertrauenerweckend. Die nur mit viel Mut erreichbare Holzhütte stand landestypisch auf einigen Holzsäulen. Während sich das Leben der Besitzer meist nur zur Schlafenszeit innerhalb der Hütte abspielt, wird ein Großteil des Tages unter dem Schatten spendenden Konstrukt verbracht. Ich vernahm ein lautes Knarzen, welches ich einem Lautsprecher, der an der Spitze einen Stromastems thronte, zuordnen konnte.

Es erklang die Stimme des Dorfsprechers, dessen vollständige Begrüßungsformel und Erzählungen ich nur grob über ein paar verstandene Brocken erraten konnte. Die aufgeschnappten Worte „Luang Por“ (Ehrenwerter Vater), „Tam Boon“ (Erwerb von (Karma-)Verdiensten) ließen mich auf eine Ankündigung des Almosengangs schließen. Es folgten, so vermutete ich weiter, Zitate und Ratschläge für den Tag.Nach einigen weiteren Minuten Wartezeit, während der wir dem Dorfsprecher aus dem knarrenden Lautsprecher lauschten, machte ich den Abt des Klosters in Begleitung zweier seiner Hunde in der Ferne aus. Die Mönche begannen ihre mitgebrachten Bettelschalen für den mit Ankunft des Abts beginnenden Almosengang vorzubereiten. Hierzu wurde der obere, mit einer Schlaufe verzwirbelte Knoten der Tragetasche gelöst, der die Schale transportfähig macht und den Deckel an seinem vorgesehenem Platz hält. Dies geschieht während die Schale lediglich mit einem Tragegurt auf der Schulter balanciert wird. Wurde die Schale nach der letzten Reinigung nicht richtig eingepackt und festgeschnürt, verlagert sich mit dem Öffnen der Hülle der Schwerpunkt und der wichtigste Besitz des Mönchs tritt Newtons Beweis an, wie ich wenige Tage später schmerzlich erfahren durfte.

Als sich der Abt auf unserer Höhe befand, wurde ihm im Vorbeigehen seine vorbereitete Schale durch den zuständigen Mönch gereicht, die er gekonnt und ohne Unterbrechung seines Laufs anlegte. Mit jeweils einem Meter Abstand folgten ihm die Mönche in aufsteigender Hierarchie. Ich beschloss den doppelten Abstand einzuhalten und mich ebenfalls mit auf den Weg zu machen. Der Blick der hintereinander laufenden Mönche fiel geradeaus auf den Boden. Niemand sah sich während des Almosengangs um oder blickte weiter als ein paar Meter in die Ferne. Nichts, so lernte ich später, durfte einen suchenden oder bettelnden Eindruck hinterlassen. Das umfangreiche Regelwerk (Pætimokkha) der Mönche gibt vor keine direkten oder indirekten Aufforderungen nach Bedarfsgegenständen (mit Ausnahme von Wasser und Medizin) zu vermitteln. Um keine Last- und Drucksituationen für die Bevölkerung zu schaffen, wird nie konkret nach etwas verlangt. Auch evtl. falsch interpretierbare Blicke gilt es so zu vermeiden. Aus den Augenwinkeln zur Kenntnis genommene Mitmenschen, die am Straßenrand knien und Lebensmittel mit beiden Händen auf Kopfhöhe hielten, waren das scheinbar normierte Signal für eine vorhandene Spendebereitschaft. Die Spender wurden mit einem weiterhin auf dem Boden verweilendem Blick angesteuert, der Deckel der Schale angehoben, um mit ausreichendem Abstand (insbesondere bei weiblichen Spendern) die Gabe entgegen zu nehmen. So landeten handtellergroße Klebreisstücke aber auch Obst, Eier, Gemüse und in Plastiktüten abgepackte, frisch zubereitete Speisen in den Schalen der Mönche. Spenden dürfen von den Mönchen weder abgelehnt noch kommentiert werden. Mit weiter auf dem Boden verweilendem Blick wird der Deckel geschlossen und der weitere Weg bestritten.

Ich spürte die lächelnden aber auch musternden Blicke einiger Bewohner, die sich teils lautstark jedoch respektvoll über mich und meine am Vortag erhaltene Frisur freuten und, so vermutete ich, Nachbarn auf mich aufmerksam machten. „Farang Nak„- „ausländischer Mönchsanwärter„, hallte so oftmals durch das Dorf. Es kam nicht selten vor das mir Dorfbewohner ihren mitgebrachten Regenschirm überlassen wollten. Ich winkte dankend, aber sehr berührt ab und versuchte den Anschluss an meine Anführer nicht zu verlieren. Unser Weg führte bis an das andere Ende des Dorfes vorbei an weiteren Holzhütten und vor ihnen im Regen wartenden Spendern. Entgegenkommende Lastwagen und ganze Wasserbüffelherden warteten entweder am Straßenrand auf unser Passieren oder versuchten möglichst wenig unsere Routen zu kreuzen. Der hohe Respekt vor den Mönchen war allgegenwertig. Mit der letzten entgegen genommenen Spende machten wir uns schweigend auf den Rückweg zum Kloster. Ich nutzte die Wegstrecke zur  Aufbereitung des soeben erlebten und dachte über die Stellung der Mönche und die allgemein sehr hohe Spendebereitschaft der armen Dorfbevölkerung nach. In wenigen Stunden würde ich diesen Gang ebenfalls antreten dürfen.

Links:
Theravada Buddhismus bei Wikipedia
Buddhistische Ordensregeln (Theravada) bei Wikipedia

Ebooks:
Venerable Dhamma Sami – The manual of the bhikkhu bei dhammadana.org

Da mich der Funktionsumfang des DLNA fähigen Streamingservers meines Netzwerkspeichers nie sonderlich begeisterte und dieser immer dann, wenn ich auf seine Dienste zugreifen wollte, einen Neustart (samt stundenlangem einlesen der Datenbank) benötigte, machte ich mich auf die Suche nach zuverlässigen und kostengünstigen Alternativen. Ein neues NAS mit besserem Streamingserver wollte ich mir nicht zulegen, da das derzeit im Einsatz befindliche Gerät hoffentlich noch ein paar Jahre durchhalten wird. Ein stromhungriger Server kommt mir auch nicht mehr in den Keller, da ich nach dem Abbau dieses Feldversuches recht froh über die erholte Stromrechnung bin. Also muss eine Alternative her, an die ich jedoch einige Anforderungen bei meiner Auswahl stellte.

Die Ziellösung sollte stromsparend, zuverlässig und möglichst lautlos diverse Medien auf unterschiedlichen Ablageorten im (Heim-)Netz mittels SMB/NFS Protokollen zur Verfügung stellen und DLNA kompatible Abnehmer (Xbox 360, Blu-ray Player, Android und iOS Geräte) unterbrechungsfrei bedienen können. Ich sah mir diverse ThinClient, Barebone und MediaPC-Lösungen an, die alle aus preislichen Gründen ausschieden. 200€ aufwärts wollte ich dann doch nicht für den Komfort der „private multimedia cloud“ ausgeben. Ich erinnerte mich an Ciscos NSLU2 Diskless NAS System, dass sich mit entsprechender Custom-Firmware ebenfalls in einen kleinen aber feinen Server verwandeln lies. Genau so eine Lösung musste her, bevorzugt mit HDMI & TOS Anschlüssen, um das Gerät zusätzlich sinnvoll als Abspielstation nutzen zu können. Zuguterletzt sollte der Einbau von LEDs möglichst spartanisch gehalten sein, da mich nichts mehr nervt als dauerblinken im, auf, unter oder hinter dem Schrank – Ein Zustand, den ich bei Neugeräten immer häufiger berücksichtige, da sich meine Vorräte an schwarzem Klebeband langsam ihrem Ende neigen 😉

So stieß ich auf die „WD TV Live“  Box aus dem Hause Western Digital, die sich nun schon seit einigen Jahren sehr gut auf dem Markt etabliert hat und eine große, sehr aktive Community erfreut. Bereits mit der Standard-Firmware wird einiges an Funktionalität in Sachen Mediaplayback am Fernseher/Beamer für unter 80€ Anschaffungspreis geboten. Neben der Wiedergabe/Anzeige von Photos, Videos oder Musikstücken bietet der kleine Wunderkasten „out-of-the-box“ Zugriff auf diverse Internetmedien wie Flickr, TuneIn-Radio, Live365 und YouTube und ist in der Lage per USB angeschlossene Speichermedien mit dem Netzwerk zu teilen.

Wer sich wie ich hiermit nicht zufrieden gibt und die eigene Hardware um ein paar extra Funktionen erweitern möchte, kommt um die sehr ausgereifte Custom-Firmware WDLXTV nicht herum und genau die versprach alle meine Anforderungen (und mehr) abzudecken.

Die WDLXTV Custom Firmware ermöglicht derzeit:

  • Bittorrent client auf der Box (rtorrent + WebGUI)
  • Usenet download client (nzbget)
  • DAAP/Roku server für  (mt-daapd)
  • NFS sharing (client and server)
  • Einbinden von selbst erzeugten MovieSheets
  • Apache web server
  • FTP server
  • SSH server
  • Streaming von diversen zusätzlichen Online-Quellen über Third-Party UMSP Plugins (Picasa, Grooveshark, Apple Trailers, und viele weitere)
  • Shoutcast Unterstützung
  • YoutubeHD (Die Standardfirmware erlaubt nur SD-Wiedergabe)
  • Installation zusätzlicher Optionen wie Astersik, Mediatomb, MiniDLNA, … über app.bin Container
  • Einspielen unterschiedlicher OSD-Themes, um das Aussehen des Systems anzupassen.
  • Anpassbare Hintergründe und Bildschirmschoner
  • Anpassbare IR Fernbedienungsfunktionen

Da Installation und Konfiguration des neuen Spielzeugs vergangenes Wochenende erfolgreich abgeschlossen wurden, möchte ich das nachfolgende kleine HowTo an dieser Stelle veröffentlichen, um dem ein oder anderen einige Stunden Sucharbeit auf dem Weg zu einer ähnlichen Konfiguration zu ersparen. Informationsquellen, die mir bei der Einrichtung geholfen haben, versuche ich weitestgehend zu verlinken.

[HowTo] Custom Firmware WDLXTV auf WD TV Live installieren und konfigurieren

Anforderungen:

  • Eure gemäß beiliegender Anleitung angeschlossene, voll funktionsfähige WD TV Live Box.
  • Ein frisch formatierter USB-Stick (Kein Quick-Format; Möglichst kleinen Stick benutzen).
  • Die neuste WDLXTV Firmware (Stand 06.10.2011 – Version 0.5.1.1.) für das Gerät herunterladen. Hierbei bitte den Modelltyp beachten und zwischen der dauerhaften, normalen Installation (Flash) und einer Testinstallation (Ext3), die rein vom angeschlossenen USB-Stick lädt und nicht die Firmware des Gerätes modifiziert, entscheiden. Weiterhin kann die original Firmwareversion gewählt werden, auf deren Basis die Custom Firmware „gestrickt“ wurde. Beispiel: Bei der Datei mit dem Namen 1.05.04_V_WDLXTV.COM_WDLXTV_LIVE-0.5.1.1.zip handelt es sich um eine auf der Originalfirmware 1.05.04 basierende WDLXTV Custom-Firmware für das WD TV LIVE Modell. Das fehlen des Ext3 Hinweises im Namen, weist die Version als Flashinstallation aus.
  • Die derzeit installierte Firmware-Version der WD TV Live über die Systemeinstellungen des Gerätes ermitteln und notieren.

Vorbereitung:

  • Den Inhalt des soeben heruntergeladenen Archivs mit einem Entpacker Eurer Wahl (z.B.: 7-Zip) auf den angeschlossenen, frisch formatierten USB-Stick entpacken.
  • Überprüfen, ob auf der obersten Verzeichnissebene des Sticks (Root) zumindest die *.bin und *.ver Dateien erfolgreich entpackt wurden.
  • Nun die *.ver Datei mit einem Texteditor (z.B.: Notepad) öffnen und sicherstellen, dass die in der Datei eingetragene Versionsnummer höher als die eben ermittelte auf dem Gerät befindliche ist, da ansonsten der Updatevorgang nicht gestartet wird. (Beispiel: Läuft auf Eurer Box Version 1.05.04, sollte in der .ver Datei eine höhere Version eingetragen werden: VERSION=’1.05.06.WDLXTV_LIVE-0.4.5.3′).

Installation:

  • Die Box ausschalten und den Netzstecker abziehen. Den soeben erstellten Stick an den 2. USB  Port (Rückseite des Gerätes) einstecken und das Gerät durch erneutes verbinden mit dem Netzstecker einschalten.
  • Die WD TV Live Box sollte nach dem Startvorgang nun die Verfügbarkeit einer neuen Version melden. Die nachfolgende Abfrage zur Aktualisierung entsprechend bestätigen. Achtung: Die Box auf keinen Fall während des Updatevorgangs bei der Flash-Variante vom Stromnetz trennen. Sollte die Fortschrittsanzeige ein paar Minuten lang bei 0% verweilen, so ist dies normal.
  • Nach erfolgter Installation startet die Box neu und das frisch installierte System steht zur Verfügung. Solltet Ihr Euch für die permanente Installation mittels Flash entschieden haben, können nun die zuvor auf den USB-Stick angeschlossenen Dateien wieder vom Stick entfernt werden.

Nachbereitung:

  • Sofern noch nicht geschehen, solltet Ihr nun über das altbekannte Systemmenue der WD TV Live Box die Netzwerkverbindung konfigurieren und testen.
  • Ist die Netzwerkverbindung hergestellt, ist es ratsam sich via Telnet mit der WD TV Live Box zu verbinden, um ein root Passwort für spätere Zugriffe über SSH festzulegen. Ladet Euch hierfür Putty herunter und verbindet Euch mit der IP-Adresse (oder über den Standard-Hostnamen WDTVLIVE) auf Port 23 (Telnet) der Box. Sobald Ihr verbunden seid, tragt root als Benutzernamen ein. Die Kennwortabfrage wird einfach mit der Entertaste bestätigt (kein Kennwort). Nun solltet Ihr mittels des Befehls passwd ein neues Passwort konfigurieren und über die erneute Eingabe bestätigen. Durch das konfigurierte Passwort ist fortan die Anmeldung über SSH (Port 22) an der WD TV Live Box möglich.
  • Verbindet Euch nun mit der WebGUI der WDLXTV Firmware auf Eure Box. Hierzu einfach den von Euch bevorzugten Browser starten und anweisen http://wdtvlive oder alternativ http://IP.DER.WDTV.BOX zu öffnen. Nun muß das Standardpasswort für den Zugriff auf die WebGUI eingegeben werden (User: wdlxtv – Passwort: wdlxtv). Deaktviert über das Konfigurationsmenu (WDLXTV Config) den Telnet Daemon durch Auswahl der entsprechenden Checkbox neben dem Service innerhalb der Systemkonfiguration (Klappt hierzu die entsprechende Oberkategorie durch einen Klick auf, um alle Optionspunkte zu finden).
  • Nun solltet Ihr Eure Mountpoints zu anderen Netzwerkshares einrichten. Um dies auf eine dauerhafte Art und Weise zu tun, legt Ihr über die GUI > WDLXTV Config (oder alternativ mittels Shell) eine neue net.mounts Datei im Verzeichnis /conf an. In dieser könnt Ihr beim Start über xmount zu verbindende Mountpoints festlegen. Benötigte Parameter der einzelnen unterstützten Protokolle sowie weitere hilfreiche Tipps werden sehr gut im Wiki erklärt. Je Mountpoint wird eine Zeile in die Konfigurationsdatei (oder das dafür vorgesehen Feld in der WebGUI) eingetragen. Für eine zu verbindende Windowsfreigabe (oder ein CIFS fähiges NAS) wird so beispielsweise xmount „//XXX.XXX.XXX.XXX/Freigabename „MountPointName“ cifs eingetragen. Ihr benötigt für die Einrichtung die IP-Adresse des PCs/Netzwerkspeichers, der die Freigabe beheimatet, sowie den eindeutigen Freigabenamen.
  • Startet Eure Box nach erfolgter Einrichtung der Mountpoints neu und prüft, ob diese wie gewünscht beim Start wiederhergestellt werden per Mount Table Link in der WebGUI (linke Seite > System Tools > Mount Table) oder per ls /tmp/media/usb auf der Konsole.

MiniDLNA Medienserver installieren und konfigurieren:

  • Die MiniDLNA App sowie die für das Transcoding benötigte ffmpeg App von der Webseite des Entwicklers runterladen.
  • Beide .app Dateien aus den soeben heruntergeladenen Archiven in das oberste Verzeichniss (Root) des an die WD TV Live angeschlossenen USB-Sticks kopieren.
  • Webkonfiguration starten und im WDLXTV Addons Manager im Reiter Applications konfigurieren, auf welchem angeschlossenem Speicher (State > On SDAx) sich die MiniDLNA und FFMPEG App Container befinden. Die Auswahl erfolgt über ein Pulldown-Menue neben der Appbezeichnung.
  • Nun die Box über das Webinterface neu starten, um die soeben ausgewählten Appdateien in das System einzubinden. Hierbei werden die innerhalb der Containers enthaltenen Dateien und Verzeichnisse unterhalb /tmp eingebunden.
  • Nach dem Neustart ist es leider notwendig die unter /tmp/ befindliche minidlna.conf in das Verzeichniss /conf/ zu kopieren, damit mittels WebGUI (oder Kommandozeile) konfigurierte Einstellungen auch nach einem Neustart erhalten bleiben.  Verbindet Euch hierzu einfach per SSH auf die Box (z.B.: mittels Putty) und kopiert die Datei mit nachfolgendem Befehl: cp /tmp/minidlna.conf /conf/minidlna.conf.
  • Konfiguriert nun die über den MiniDLNA Server zur Verfügung zu stellenden Verzeichnisse (und in diesen enthaltenen Bilder (P), Videos (V) oder Musikdateien (A)) über die Webkonfiguration (oder direkt über /conf/minidlna.conf auf der Konsole). Jedes Verzeichnis kann hierbei optional mit einer Kategorie versehen werden.  Beispiel: Wenn Ihr unter /tmp/media/usb/NAS/Movies/ abgelegte Videos über den MiniDLNA Server zur Verfügung stellen wollt, tragt folgende Zeile ein: V,/tmp/media/usb/NAS/Movies/. Der vorangestellte und mit einem Komma vom Pfad getrennte Buchstabe gibt Auskunft über die im Ablageort zu findenen Dateitypen. Enthält eine Pfadangabe gemischte Dateien in einem Verzeichniss/Mountpoint, so lasst den Buchstaben und das vorangestellte Komma einfach weg, um den MiniDLNA Service in diesem Pfad Ausschau nach allen unterstützten Dateitypen halten zu lassen.
  • Um den frisch aufgesetzten MiniDLNA Server zum Einlesen der soeben konfigurierten Medien zu bewegen, empfiehlt es sich beim ersten Start die Option „MiniDLNA_Rebuild“ innerhalb der App Konfiguration zu aktivieren und die Box (oder nur den MiniDLNA Dienst) neu zustarten. Den Aufbau der .db Datei könnt Ihr mittels Shell im Verzeichniss /tmp/minidlna/ über den Befehl ls -lh am Wachstum der Datei beobachten.
  • Auf der Startseite der WebGUI findet Ihr auf der linken Seite unter Plugin Daemons den Eintrag MiniDLNA. Klickt Ihr diesen an, könnt Ihr den Service starten, stoppen und für den automatischen Servicestart bei jedem Bootvorgang der Box aktivieren (Click here to enable minidlna on next reboot). Zum Abschluß der Konfiguration überprüft, ob in der MiniDLNA Konfiguration der WebGUI (WDLXTV Config > Apps) die Checkbox hinter MiniDLNA (enable MiniDLNA) aktiviert ist und holt dies nach, sofern noch nicht geschehen.

Ich hoffe, dass einige unter Euch diesen Beitrag als hilfreich empfunden haben oder etwas Anregung für ähnliche Projekte mit der WD TV Live Hardware aus diesem ziehen konnten. Da dank WDLXTV Firmware viele weitere Optionen möglich sind, könnten weitere Artikel bei Interesse folgen. Ich freue mich dank der Custom-Firmware nun über einen zuverlässigen und sparsamen Medienserver, der mir zeitgleich auch als Abspielgerät dient. Doch wo Licht, da auch Schatten:

Leider ist der MiniDLNA Server (zumindest in der für die Box vorliegenden Version) nicht der schnellste beim Identifizieren von Änderungen in den angegebenen Bibliotheken. Diese Schwäche kann jedoch über einen regelmäßigen Restart des Dienstes per Hand oder einem entsprechend zu konfigurierenden CronJob optimiert werden. Wer mehr Komfort und Einstellmöglichkeiten wünscht und/oder täglich mehrfach Änderungen an seinen Medien vornimmt, hat mit Mediatomb und Twonkymedia Server zwei bewährte Alternativen, die ebenfalls auf der WD TV Live Box installiert werden können.

Tipp: Wer sich die oftmals unbequemen und teilweise recht langen Navigationspfade mit der Fernbedienung (insbesondere durch umfangreiche Mediensammlungen) ersparen möchte und über ein iOS oder Android Device verfügt, dem sei an dieser Stelle 8Player (iPad, iPhone und iPod Touch) oder iMediaShare (Android) empfohlen. Beide Versionen glänzen über ein gutes Interface, welches eine schnelle Navigation durch die im Netzwerk gefunden Mediaserver erlaubt. Dateien können entweder lokal abgespielt oder per Knopfdruck an ein anderes DLNA fähiges Gerät im Netz zum Abspielen vermittelt werden – So macht Multimedia Spaß!

Weiterführende Links:
Link: WDLXTV Wiki Quickstart Guide
Link: WDLXTV Wiki
Link: WDLXTV Forum
Link: WDLXTV Firmware auf der Seite von B-Rad
Link: WD TV Live bei Amazon (Affiliate Link)

1.05.04_V_WDLXTV.COM_WDLXTV_LIVE-0.5.1.1.zip

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